Hankehübel20
Logo-Geopfad-Goßdorf-final

Download Flyer

Die Lausitzer Überschiebung

Die Lausitzer Überschiebung ist ein Bruch in der Erdkruste, der sich von Oschatz im Westen bis zum Jeschkengebirge im Osten erstreckt. Im Zuge der Bildung der Alpen wurden die Granite der Lausitzer Insel um mehrere hundert Meter angehoben und auf die kreidezeitliche Sandsteinplatte aufgeschoben. Der Verlauf des Bruches erfolgte nicht geradlinig, sondern häufig in markanten Bögen.
 
In der näheren Umgebung verläuft die Überschiebung von Rathewalde über Hohnstein nach Waitzdorf entlang des Kohlichtgrabens und mündet dann im Weißbachtal bei Hinterhermsdorf ins Böhmische. Am besten kann man sie am berühmten Aufschluss an der Wartenbergstraße in Hohnstein sehen.

In Goßdorf ist sie am Verlauf der Gesteine im Kohlichtgraben gut zu verfolgen. Im Norden unseres Standortes (linker Hand) sehen wir den Granit und im Süden (rechter Hand) die Sandsteinbänke der Kreidezeit. Man kann den Verlauf der Überschiebung auch an der Form des Tales erkennen. Im härteren Granit bildeten die Fließgewässer ein V-förmiges Tal. Im Süden, im Bereich des Sandsteins, formte das Wasser senkrechte Felswände und es entstand ein U-förmiges Tal. Die Überschiebung befindet sich direkt unter uns. Am besten ist die geologische Situation in der kälteren Jahreszeit erfassbar, wenn die Vegetation die Formationen nicht so sehr überdeckt.

Die Verwerfung war während ihrer aktivsten Zeit im Tertiär sehr wahrscheinlich eine Quelle kräftiger Erdbeben. Heute ist sie inaktiv. Wenn aber die Bildung zukünftiger Gebirge wieder intensiver wird, kann sich das schnell ändern und es kann wieder zu Erdbeben kommen.

Überschiebung-N

Unmittelbar nördlich der Überschiebung steht Granodiorit an.

Überschiebung-S

Blickt man vom gleichen Standort nach rechts im Talverlauf dem Kohlichtbach folgend, steht schon nach wenigen Metern der Sandstein an und bildet den charakteristischen, U-förmigen Talverlauf.

Schnitt-Überschiebung

Geologischer Aufbau der Elbezone (1).

Bildnachweis:

(1) GEOmontan GmbH, Freiberg 2006, nach LOBST 1993